Reisetagebuch E.H.

DAV Chiemgau- Tour

02. - 05.06.2016

Kompakt

Zur schönsten Blumen-Blühezeit wandere ich in einer Gruppe von Bergfreunden der DAV-Sektionen Gera und Dresden in einem sehr schönen Abschnitt der Chiemgauer Alpen südlich des Chiemsees. An den ersten beiden Tagen stiegen wir auf Gipfel und Kamm westlich des Flüsschen Prien. Danach folgt der Aufstieg zu den Bergen östlich der Prien. Insgesamt sind bei 45 km Tourlänge + 3295 / -2508 Höhenmeter zu meistern.

1. Tag:  Hohenaschau - Hochrieshütte (11 km, +987 / -90 Höhenmeter)

In Hohenaschau startet unsere DAV-Wandergruppe.  Im ersten Abschnitt wandern wir im Steilanstieg aus dem Ort (625 m) zur Riesenalm (1346 m). Nach einer Rast folgt dann der Aufstieg zur Hochrieshütte (1567 m). Der Hüttenwirt der DAV Hütte (Sektion Rosenheim) empfängt uns freundlich. Er hat jetzt an einem Werktag zu Beginn der Sommersaison noch viel Zeit für die Gäste. Die Sanierung und Erweiterung der Hütte ist zwar noch nicht beendet, doch der Gast fühlt sich hier oben gut aufgehoben. Im Dachlager haben wir genügend Platz und die Bewirtung am Abend ist vorbildlich. Schließlich erläutert uns der Wirt noch zu später Stunde das fantastische Panorama, das vom Bayrischen Wald über Kaisergebirge, Zillertaler Alpen bis zum Großglockner reicht.

2. Tag: Hochrieshütte - Spitzsteinhaus (13 km, +751 / -1051 Höhenmeter)

Nach einem guten Frühstück steigen wir zunächst vom Hochries wieder auf die Riesenalmen ab. Auch danach geht es abwärts durch den Wald zur Holzerhütte, dann aber über eine steile Wiese hinauf zum Predigtstuhl (1494 m), wo wir die erste Trinkpause einlegen.. Nun folgt eine herrliche Gratwanderung über den Klausenberg (1554 m), am Zinnenberg vorbei zur Feichtenalm (1474 m). Hier bei unserer Mittagsrast werden wir von einem imposanten Murmeltier beobachtet. Der Weg führt nun weiter zum Kamm des Brendelberges. Nach leichten Klettereinlagen erreichen wir schließlich die Ostflanke des Spitzsteines mit seiner eindrucksvollen Felswand. Durch den Wald steigen wir dann zum Etappenziel Spitzsteinhaus (1252 m) ab. Nach der Kaffeepause gewinnt unsere Tourenführerin doch noch Mitstreiter für den 350 m-Aufstieg zum Spitzsteingipfel (1596 m). Die Mühe wird von einem herrlichen Panorama, ähnlich wie am Tage zuvor, belohnt. Doch viel Zeit bleibt uns hier oben nicht, eine schwarze Regenwand zieht heran. Ziemlich durchnässt erreichen wir schließlich wieder unser Quartier. In der niveauvollen DAV-Hütte können wir uns aber wieder bestens regenerieren.

3. Tag:Spitzsteinhaus - Priener Hütte (12 km, +844/ -683 Höhenmeter)

Die 3. Etappe ist zweigeteilt: Am Vormittag verlassen wir die westliche Bergregion. Wir steigen 700 m in das Tal hinab zum Ferienort Sachrang (738 m). Es ist schönes Wetter, doch der Abstieg im Wald ist durch den Nachtregen recht glitschig. Mitunter queren wir herrlich blühende Almwiesen. Am Parkplatz von Sachrang stärken wir uns, bevor den 2. Tagesabschnitt in Angriff nehmen. Es geht zunächst auf dem Fahrweg, dann aber im Steilanstieg durch den Wald zu den Almen in einer Höhe zwischen 1400 und 1500 m. Hier werden wir Zeuge des modernen Alm-Auftriebes: Die jungen Kühen werden im Traktorhänger her herauf gebracht. Der letzte kurze Wegabschnitt führt durch die blühenden Geigelberg-Hänge zu unserem Quartier, der Priener Hütte. Hier ist heute am Samstag viel Betrieb. Vielleicht auch aus diesem Grund werden wir hier nicht so fürsorglich vom Hüttenteam umsorgt, wie wir es an den Vortagen erlebten.

 4. Tag: Priener Hütte - Bergstation Kampenwandbahn (10 km, +714 / -661 Höhenmeter)

Auf der letzten Etappe durchwandern wir zunächst das Naturschutzgebiet Geigelstein. In der Nacht hat es zwar wieder viel geregnet, doch beim Start um 9:00 Uhr ist es zunächst noch trocken. In einem weiten Bogen steigen wir über die Hänge des Geigelsteins in den Sattel unterhalb seines Gipfels. Doch an den 100 m-Gipfelaufstieg ist bei dem nun einsetzenden Regen nicht zu denken. Der Regen begleitet uns nun bis fast zum Etappenziel. Es folgt ein schöner, aber eben nasser Abschnitt über die Hochfläche der Roßalm (1680 m), wo uns die Kühe bedrängen, zum Weitlahmer Kopf (1615 m). Auf den Abstecher zum Gipfelkreuz müssen wir auch hier verzichten. Vielmehr konzentrieren wir uns auf den drahtseilgesicherten Steilabstieg unterhalb des Gipfels. Es folgt der endlose Abstieg durch den Wald zum Dalsensattel (1050 m). Der letzte große Anstieg unserer Tour auf über 1400 m verlangt bei Regenwetter noch einmal volle Konzentration. Nach insgesamt 5 ½ Wegstunden haben wir dann schließlich unser Tagesziel, die Bergstation der Kampenwandbahn, erreicht. Hier oben scheint jetzt sogar die Sonne, so können wir auf Aschau im Tal hinunter schauen. Ursprünglich wollten wir nun noch zum Fuß der Kampenwand wandern. Doch darauf verzichten wir, denn erstens ziehen bereits wieder dunkle Wolken heran und zweitens sind wir ziemlich durchnässt. So fahren wir um 15:00 Uhr mit der Bahn ins Tal hinab. Nach wenigen Minuten sind wir an unseren Fahrzeugen, wo wir wieder in trockene Kleidung steigen können. Eine interessante Bergtour ist damit beendet. Die Verabschiedung unserer Gruppe aus Gera und Dresden ist nach den vielen gemeinsamen Wander-Kilometern herzlich.

pfeil li