Reisetagebuch E.H.

Kauai

Kompakt

Nach dem erstem Inselhüpfen sind wir auf der Blumeninsel Kauai angekommen. Am Nachmittag fahren wir zu unserem schönen Zeltplatz an der Westküste. Es ist sehr angenehm nach den Nächten in Oahu hier unmittelbar am Strand im Zelt zu schlafen.
An den nächsten Tagen steigen wir in den „Wamea Canyon“ hinab und wandern an zwei Tagen in einer Höhe von 700 - 1200m auf den „Kokee Trails“ im nordwestlichen Hochland der Insel.
Dann umrunden wir fast die Insel, um einen Abschnitt der „Na Pali Coast“ (schönste Steilküste des Pazifik) zu erkunden. Wir fahren dann noch einmal zu unserem schönen Zelplatz im Westen am „Salt Pond Beach“ zurück. Am vorletzten Tag unternehmen wir noch eine eindrucksvolle Bootsfahrt bis zur „Na Pali Coast“ hinauf.

Die Insel

Kauai ist Hawaiis älteste und grünste Insel und wird auch Garteninsel genannt. Nur etwa 51 000 Einwohner leben auf der Insel. Die Inselhauptstadt ist Lihue mit 6.500 Einwohnern. Auf 1433km² birgt Kauai eine Vielfalt von Landschaftsformen.
Das Gebiet um den 1.569 m hohen „Mount Wai'ale'ale“ gilt mit mehr als 11.000 mm Jahresniederschlag als regenreichster Punkt der Erde.
Die gezackten und üppig bewachsenen Klippen im Norden dieses Tropenparadieses stehen im starken Kontrast zu der trockeneren Westseite, die durch den „Waimea Canyon“ geprägt ist (der auch als „Grand Canyon“ des Pazifik bezeichnet wird). Der Großteil der Küste wird von ursprünglichen, feinen Sandstränden mit Korallenriffen umsäumt.
Am eindrucksvollsten ist die entlegene "Na Pali" Küste.

4. Tag: Ankunft am Salt Pond Beach

Vormittags ist erstes Inselhüpfen angesagt: Verstauen des gesamten Gepäcks, Fahrt zum Flughafen, Abgabe der Fahrzeuge, Flug, Abholen der Fahrzeuge, Verstauen des Gepäcks.
In Kauai kommt es mir noch schwüler vor als zuvor in Oahu. Wir fahren zunächst in den Süden und besichtigen den „Menehune Fishpond“ (Fischteich), der ca. 1000 Jahre alt ist und damit aus vor-hawaiianischer Zeit stammt. (Aber von wem?)
Am Nachmittag fahren wir dann in den Südwesten. Nahe Hanapepe schlagen wir am „Salt Pond Beach“ unsere Zelte auf. Es ist eine Wohltat nach der Schwüle des Tages sich im Wasser des Pazifik zu erfrischen. Der Zeltplatz ist sauber, allerdings gibt es keine Küchen mit Kühlmöglichkeiten wie etwa in Neuseeland. Hierauf müssen wir uns in den nächsten Tagen einstellen. Am Abend wird „Elch”-mäßig gegessen und Wein getrunken. Dann ist Ruhe in den Zelten bis gegen 1:00 Uhr, denn dann krähen die Hähne, die mit vielen Hühnern den Zeltplatz mitbewohnen...

5. Tag: Wanderung im Waimea-Canyon

Um 9:00 Uhr sind wir nach dem Frühstück startklar. Wir fahren mit den beiden Autos über Waimea auf der Gebirgsstraße bis zum Parkplatz in 870m Höhe. Vor uns liegt der „Wamea Canyon“. Wir steigen 660m bis zum „Waimea River“ ab. Hier am Fluss ist es angenehm frisch und gute Gelegenheit für das Picknick. Der Aufstieg ist dann recht strapaziös, nicht zuletzt wegen der inzwischen stark gestiegenen Temperaturen. (>30°C im Schatten)
Anschließend bestaunen wir noch an weiteren Aussichtspunkten die bis zu 1000m tiefe Schlucht, die der Fluß in den weichen Vulkanboden gegraben hat (Grand Canyon des Pazifik).
Es bleibt nicht viel Zeit. Wir müssen wieder hinunter zum Einkauf und zum Zeltplatz. Nach dem erfrischenden Bad wird das Feuer für das Barbecue angezündet.

6. Tag: Auf Kokee-Trails (1)

Nach vitaminreichem Frühstück fahren wir die Bergstraße wieder hinauf. Diesmal geht es bis zur „Kokee Lodge“, wo heute der „Queen Emma Day“ gefeiert wird. („Queen Emma“: Königin von Hawaii im 19.Jahrhundert, die sich um die Erschließung dieser Bergregion verdient gemacht hat).. Wir schauen en wenig bei den Folklore-Veranstaltungen zu.
Dann wandern wir auf dem „Pihea Trail“ auf glitschigen Terrain zum „Pihea Lookout“ (ca. 1300m) von wo man schöne Aussichten zur Steilküste und zum Meer hat.
Anschließend wandern wir dann noch auf dem „Alakai Swam Trail“, durch sumpfiges Gelände im dichten Regenwald. Die Urwaldlandschaft hier oben ist imposant. Leider müssen wir bald umkehren, damit wir bei Tageslicht noch die Autos erreichen.

7. Tag: Auf Kokee-Trails (2)

Heute am Sonntag starten wir nur zu Fünft in die Berge, die anderen relaxen am Strand. Diesmal steigen wir vor der „Kokee Lodge“ in den „Nu’alolo Trail“. Der einsetzende Regen macht den Abstieg glitschig. Bald hört der Regen auf. Wir kommen aus dem Wald heraus und genießen vorne an der Spitze des Trails („Lolo No.2“) traumhafte Blicke aus 680m Höhe auf die zerklüftete „Na Pali“ Küste. Nach Rast geht es dann über den teilweise ausgesetzten „Nu’alolo Cliff Trail“ hinüber zum Aussichtspunkt in 850m Höhe. Auch hier wieder traumhafte Ausblicke zur Küste. Nun müssen wir uns beeilen, noch eine Stunde Wanderweg hinauf zur Fahrstraße in 1250m Höhe, wo uns Uwe schon am Auto erwartet.

8. Tag: Fahrt zur Nordküste

Nach dem Frühstück brechen wir unsere Zelte am „Salt Pond Beach“ ab und fahren um die Insel herum zur Nordküste. Unterwegs machen wir zunächst im Süden halt. Neben dem Ort Kukuiula ist das „Spouting Horn”, ein Durchbruch im Lava-Gestein an der Küste, durch den das Wasser in mitunter gewaltigen Fontänen nach oben schießt, unser Ziel. Dann fahren wir an Lihue vorbei und schauen auf die „Opaekaa Falls“,besuchen den „Wailua River State Park“, wo man tropische Bäume, Blüten und Früchte bestaunen kann. Im „Coconut Market Place“, Wailua, können wir gut und günstig essen.
Am Nachmittag müssen wir uns dann beeilen, um unser Tagesziel den „Kalihiwai Beach“ zu erreichen. Nach dem Zeltaufbau regnet es intensiv, wir können unter einer Überdachung jedoch im Trockenen essen.

9. Tag: An der „Na Pali“ Küste

Unsere Zelte packen wir einigermaßen trocken ein. Dann fahren wir weiter in Richtung Osten, vorbei an Princeville. Am „Kee Beach“ ist das Ende des Highways erreicht, der Parkplatz ist Ausgangspunkt für den „Kalalau Trail“ - eine geniale Wanderung entlang der wunderschönen „Na Pali Coast“. Nach dem Aufstieg wandern wir in ca. 150m Höhe durch das grüne Dickicht von Pandanuss-Bäumen, Kukui-Bäumen und sonstigen tropischen Pflanzen und genießen phantastische Ausblicke auf die wilde Küste, den türkisblauen Pazifik mit den tosenden Wellen. Der Weg ist schmal, mit Nüssen übersät und glitschig, Steine und Wurzeln geben jedoch Trittsicherheit.
Nach ca. zwei Stunden erreichen wir den „Hanakapiai Beach“. Es ist ein feiner Sandstrand, wo ein Bach in das Meer mündet und die Wellen tosen. Ein idealer Ort um die Brote auszupacken und zu rasten.
Wie so oft auf unseren Touren: Auch heute können wir das geplante Wanderziel am Oberlauf des einmündenden Baches nicht mehr ansteuern. Es würde zu spät werden. So wandere ich mit Wehmut auf dem Traumweg zum „Kee Beach“ zurück, wo die Schuhe vom Schlamm befreit werden. Ganz in der Nähe am „Haena Beach“ schlagen wir unsere Zelte auf und relaxem am schönen Sandstrand. Das Publikum auf dem Zeltplatz ist allerdings nicht das Beste…


10. Tag: Zurück zur Westküste

Der Morgen am „Haena Beach“ ist wunderschön. Wir fahren nur wenige hundert Meter und besuchen am Vormittag den „Limahuli Garden“, ein wunderschön angelegter Forstbotanischer Garten. Besonders die nativen Bäume und Blütenpflanzen werden vorbildlich demonstriert und dokumentiert. Auch der Taro, ein traditionelles Gemüse der Polynesier, wird hier im Anbau gezeigt.
Auf der Rückreise stoppen wir am „Hanalei Valley Lookout“. Von oben schauen wir auf das liebliche Tal mit den Taro- und Reisfeldern.
Nächstes Ziel ist das „Kilauea Point National Wildlife Refuge“ Hier auf der Klippe am „Hanalei Lighthouse“, ein lichtstarker Leuchtturm aus dem Jahre 1913, haben wir den nördlichsten Punkt von Kauai und damit auch von unserere Reise auf  Hawaii erreicht. Viele Seevögel haben hier ihr Refugium. Die Delfine und Schildkröten können wir allerdings nicht erkennen…
Den Nachmittag benötigen wir noch, um wieder hinüber zum „Salt Pond Beach“ an der Südwest-Küste zu gelangen. Nach den Erfahrungen der letzten beiden Tage sind wir froh, diesen soliden Campingplatz wieder erreicht zu haben und bald planscht die ganze Mannschaft im Pazifik..


11. Tag: Bootsfahrt zur „Na Pali“ Küste

Zeitig verlassen wir den Zeltplatz, denn bereits um 8:00 Uhr beginn unsere Seefahrt (die nicht immer lustig ist…)
Barfuß steigen wir auf den modernen Katamaran im kleinen Hafen von Port Allan. Eine phantastische 4 Mann Crew betreut vorbildlich die ca. 25 Passagiere. Das betrifft nicht nur Essen und Trinken, speziell bei dem hohen Seegang stehen die artistischen Seeleute uns zur Seite.
Zunächst versuchen wir das Schnorcheln in einer ruhigen Bucht. Mit meinen Vorkenntnissen habe ich jedoch nur bescheidene Taucherfolge. Dann fahren wir hinaus zu den Spinner-Delfinen, die auch bald um das Boot schwimmen und (mit Längsdrehung!) aus dem Wasser springen. Schließlich fahren wir bis vor die „Na Pali“ Küste. Vom wild schaukelnden Boot schauen wir zur Küste und zu den Bergen, auf denen wir vor drei Tagen wanderten.
Nach Lunch und Cocktail erreichen wir gegen 14:00 Uhr wieder unseren Hafen. Etwas mulmig ist es mir noch, doch die Erlebnisse waren einfach gewaltig.

Am Nachmittag fahren wir schließlich noch zu den „Wailua Falls“, einem 30m hohen Wasserfall in der Nähe von Lihue. Der Ab- und Aufstieg zum Wasser weckt langsam wieder den durch die Seefahrt verloren gegangenen Appetit…
Auf dem Zeltplatz werfe ich noch einmall den Grill an, denn die Holzkohle kann morgen nicht mit nach Kaui genommen werden.

pfeil-li   pfeil-re