Reisetagebuch E.H.

Nordinsel - Nord

Kompakt

Nach unserer Ankunft in Auckland versuchen wir, uns von den Reisestrapazen zu erholen. Wir schauen uns in der größten neuseeländischen Metropole um. Am nächsten Nachmittag fahren wir mit unserem Bus in Richtung Osten zur Koromandel-Halbinsel. Nach der ersten Nacht in unseren Zelten starten wir die erste Halbtags-Wanderung im „Coromandel Forest“, der sich langsam vom Raubbau der Siedler an den wertvollen Kaui-Fichten erholt. Nachmittags fahren wir dann zur Ostküste. Am nächsten Morgen steigen wir zum Strand hinab, erstmalig kann ich im recht kühlen Pazifik baden. Am Nachmittag fahren wir Richtung Süden. Wir schauen in die größte Goldmine Neuseelands . Als nächstes steht die Besichtung einer großen Kiwi-Farm an. Am späten Nachmittag erreichen wir schließlich Roturoa, das kulturelle Zentrum der Maoris . Am folgenden Tag haben wir straffes Programm: Besichtigung der traditionellen Kulurstätten, des Thermal-Parkes und schließlich folgt noch ein Kulturprogramm. Am Nachmittag starten wir dann zu unserer Fahrt zum Tongariro.

1.Tag Montag, 17.11.2003 - Ankunft in Auckland

Ziemlich erschöpft kommen wir nach dem langen Flug in Auckland an. Unsere Partner-Reisegruppe fliegt weiter nach Christchurch, sie wandern von Süd nach Nord uns entgegen und wir werden uns zur Halbzeit auf der Südinsel treffen.
Uwe, unser Reiseleiter, besorgt den Bus, einen 11-sitzigen Ford, der uns in der nächsten Zeit über die Insel bringen soll. Bei der Fahrt zu unserem Backpacker, der typischen Rucksackherberge, bekommen wir einen ersten Eindruck von der Stadt und damit auch von Neuseeland. Viele Wasserbuchten, Hügel und überall diese typischen Holzhäuser.
Nach Quartiernahme fahren wir auf einen der großen Vulkanhügel. Ich habe mich ziemlich sommerlich gekleidet, da überrascht uns ein intensiver kalter Regen, der vom Wind gepeitscht wird. Durchfroren komme ich im Quartier wieder an. Das war eine erste Lektion des neuseeländischen Wetters. Den ganzen Abend werde ich nicht richtig warm.

2.Tag Dienstag, 18.11.2003 - Besichtigung Auckland

Der neue Tag beginnt mit viel Sonne und Wärme. Da macht es Spaß die Stadt erkunden. Zunächst fahren wir zu „Kelly Arltons Unterwater World“, einem imposanten Meeresaquarium.
Anschließend schauen wir uns in der Stadt um. Das Bild wird eindeutig vom Wasser, dem Hafen und den vielen Booten beherrscht. Im Kontrast steht hierzu das kleine Stadtzentrum mit seinen Hochhäusern und dem Fernsehturm.
Am Nachmittag verlassen wir die Stadt und fahren gen Osten zur Koromandel-Halbinsel.

3.Tag Mittwoch, 19.11.2003 - Wanderung auf der Koromandel-Halbinsel

Gestern Nachmittag sind wir in Thames angekommen. Zunächst haben wir unseren ersten Lebensmitteleinkauf im Ort erledigt, denn von nun an gilt Zeltleben mit Selbstverpflegung. Vor dem Zelt hatte ich zunächst Respekt, denn Jetlag und abendliche Kühle ließen mich wieder frösteln. Doch im perfekten Zelt und Daunenschlafsack incl. Isomatte habe ich mich wunderbar erholt. Beeindruckt war ich vom schnellen Auf- und Abbau dieser kleinen, faktisch wasserdichten Kuppelzelte.
Wir starten zur ersten Halbtagswanderung im „Coromandel Forest“. Die Landschaft wurde noch vor 100 Jahren von den Siedlern stark zerstört, denn neben Gold waren hier die riesigen Kauri-Fichten das Objekt der Begierde. Heute führt ein Lehrpfad durch die steile Berglandschaft, in der sich die Natur wieder erholt hat. (Allerdings ohne die Kauri-Baum-Riesen)
Am Nachmittag fahren wir hinüber zur Ostküste der Halbinsel. Die Uferstraße scheint nur aus Kurven zu bestehen. Unterwegs biegen wir nochmals von der Uferstraße ab und steuern einen Ort an, an dem noch einige der riesigen Kauri-Fichten stehen.
Gegen Abend erreichen wir an der „Hahei Marine Reserve“ den herrlich gelegenen Zeltplatz. Er liegt direkt hinter den Dünen des Pazifik. Noch am Abend müssen wir die Attraktion in der Nachbarschaft aufsuchen: den „Hot Water Beach“. Der Strand ist an dieser Stelle durch Geo-Wärme so heiß, dass man ihn nicht barfuss betreten kann. Nur mit Hilfe des Meerwassers kann man bei nahender Flut sich in kleinen Mulden das Wasser entsprechend angenehm temperiert mischen. Gegen 22:30 Uhr sind wir an diesem Strand und nehmen mit anderen Fans noch dieses lustige Sitzbad ein, von dem leider keine Foto-Dokumente existieren.

4.Tag Donnerstag, 20.11.2003 - Coromandel - Roturoa

Früh lasse ich es mir nicht nehmen und springe erst einmal in die Wellen des Pazifik. Ein Lauf am menschenleeren weißen Strand bringt mich wieder auf normale Temperatur.
Am Vormittag steigen wir in unmittelbarer Nähe des Zeltplatzes die Kalkstein-Küste hinab und betrachten ehrfurchtsvoll ein Wunder der Natur. Wasser und Wind haben hier bizarre Inseln und die „Cathedral Cove“ geschaffen. Bei Sonne und angenehmer Wärme verbringen wir hier den Vormittag am Strand.
Nachmittags ist dann Aufbruch Richtung Roturoa. Unterwegs schauen wir in Wahi auf die Martha Mine, die größte Goldmine Neuseelands, die noch einige Jahre ausgebeutet wird. Nachmittags-Rast ist im „Kiwifruit Country“, einer großen Kiwiplantage in der Nähe von Te Puke. Wir erfahren hier viel über den Anbau und den Export der Früchte, die inzwischen als Synonym für Neuseeland stehen. Momentan herrscht Ruhe in den Plantagen, denn noch ist Blütezeit. Doch im März zur Haupterntezeit werden mit vielen ausländischen Helfern die Früchte geerntet und eingelagert, so dass sie ganzjährig weltweit angeboten werden können.
Am späten Nachmittag erreichen wir über eine gut ausgebaute Fernstraße Roturoa, unser Tagesziel.

5.Tag Freitag, 21.11.2003 - Roturoa

Roturoa ist sicherlich das Touristenzentrum der Nordinsel und gilt als angestammtes Siedlungsgebiet der Maoris. Attraktion sind die vielen heißen Quellen und Geysire. So besitzt auch unser großer Zeltplatz mehrere „Hotwater Pools“, in denen wir uns am Vorabend erwärmten.
Heute Vormittag besuchen wir zunächst das schöne Stadtzentrum und das Maori-Kulturzentrum am „Lake Roturoa“, wo wir auch den Kunsthandwerkern über die Schulter schauen. Das Pflaster auf dem Gemeindeplatz ist örtlich extrem heiß, Dampf dringt aus den Ritzen.
Anschließend besichtigen den Thermalpark, der im Maori-Dorf „Whakarewarewa“ integriert ist. Eindruckvoll sowohl die Geysire und blubbernden Dampflöcher als auch die Folklore-Veranstaltung, die uns später geboten wird.
Am Nachmittag fahren wir in Richtung „Lake Taupo“. An der Strecke, nicht zu übersehen, befindet sich das größte Geothermalkraftwerk Neuseelands. Dem heißen Wasser, das unter Druck aus der Erde schießt, werden hier 300 MW entnommen, bevor es wieder in die Erde zurück gedrückt wird. Wenige Kilometer weiter schauen wir uns an, wie der „Waikato River“ mit viel Getöse die „Huka Falls“ hinabstürzt.
Am riesigen Lake Taupo angekommen, sehen wir schon dahinter die imposanten Vulkangipfel des „Tongariro“. Dieses einmalige Naturgebiet, das für viele Szenen von ‚Herr der Ringe’ als Kulisse diente, soll in den nächsten Tagen unser Wanderziel sein. Heute fahren wir aber erst einmal um den See herum und dann hinauf auf die Westseite des „Tongariro“-Plateaus.

pfeil-li   pfeil-re