2023 Fichtelgebirge |
03. - 10.05.2025 |
Kompakt
Im Geografieunterricht lernte ich das Kürzel MENS kennen – für die Flüsse Main, Eger, Naab und Saale, die alle im Fichtelgebirge entspringen (ähnlich einprägsam wie Iller, Lech, Isar, Inn). Am Rande eins Arbeitseinsatzes auf der DAV-Sektionshütte bestand nun die Möglichkeit, dieses deutsche Mittelgebirge kennenzulernen.
Bei einer dreitägigen Wanderung wollte ich die Quellen dieser Flüsse selbst entdecken. Ausgangspunkt unserer Tagestouren war eine bescheidene Pension am Rand von Bischofsgrün, gelegen am Fuße des Ochsenkopfs.
1. Tag: Zu den Quellen von Fichtelnaab und Weißmain
Vom Ortszentrum Bischofsgrüns führt ein steiler Waldweg mit rund 300 Höhenmetern hinauf zum Gipfel des Ochsenkopfs. Nach dem Genuss des beeindruckenden 360°-Panoramas vom Asenturm wandern wir auf gut markierten Waldwegen zunächst hinab zur Quelle der Fichtelnaab und anschließend hinauf zum Weißmainfels. Hier entspringt der Weißmain, auch Weißer Main genannt. Von dort steigen wir zum Karchessee hinab.
Der Rückweg nach Bischofsgrün verläuft über einen äußerst reizvollen Naturpfad direkt entlang des kleinen Flüsschens. Ein kurzer Abstecher führt zu den Überresten eines ehemaligen Bergwerks. Bald erreichen wir das Sportzentrum mit den markanten Sprungschanzen von Bischofsgrün – und von dort ist es nur noch ein kurzer Weg zurück zu unserem Quartier.
2. Tag: Zum Schneeberg und zur Eger-Quelle
Der Schneeberg ist mit 1.051 Metern der höchste Berg Frankens und ganz Nordbayerns. Unser heutiges Ziel ist eine Wanderung hinauf zu diesem markanten Gipfel. Ähnlich wie der benachbarte Ochsenkopf besitzt auch der Schneeberg die charakteristische Kegelform. Die Gipfel beider Berge liegen nur etwa vier Kilometer Luftlinie voneinander entfernt.
Unser Weg führt zunächst nordwestlich, vorbei an Feldern und Wiesen, in Richtung Schneeberg. Erstes Ziel ist der Park des Ehrenfriedhofs, der im Ersten Weltkrieg angelegt wurde. Von hier aus ist der Wanderweg zum rund 300 Meter höher gelegenen Gipfel gut ausgeschildert.
In etwa 920 Metern Höhe zweigt ein kurzer Pfad zum Naturschutzgebiet Haberstein ab. Von dieser eindrucksvollen Blockfelsformation bietet sich ein herrlicher Blick auf den Ochsenkopf und hinunter nach Bischofsgrün. Nach weiteren rund 100 Höhenmetern erreichen wir schließlich den Gipfel des Schneebergs.
Dieser steht in starkem Kontrast zum Gipfel des Ochsenkopfs, auf den zwei Bergbahnen führen. Hier oben hingegen ist es nahezu völlig ruhig. Neben dem nahe gelegenen Militärkomplexes der Bundeswehr genießen wir vom Backöfele-Holzturm aus einen weiten Rundblick über das Fichtelgebirge.
Anschließend steigen wir ab und wandern auf der Ost- und Nordseite des Berges in Richtung Egerquelle. Zunächst erreichen wir einen kleinen Teich – den Standort der ehemaligen Egerquelle, auf den heute nur noch ein kleines Hinweisschild verweist. Die offiziell ausgewiesene Egerquelle auf 752 Metern Höhe, ein beliebtes Ziel für Touristen, liegt etwa einen Kilometer entfernt. Mehrere Gedenksteine und eine kleine Brunnenanlage erinnern hier an die Eger, die heute größtenteils durch Tschechien fließt.
Auf dem Quellenweg steigen wir noch einmal auf rund 800 Meter Höhe an und wandern anschließend hinab zu unserem Tagesziel in Birnstengel. Zum Abendessen machen wir uns schließlich noch einmal auf den Weg ins Ortszentrum von Bischofsgrün.
3. Tag: Zur Quelle der Sächsischen Saale
Unsere letzte Wanderung führt uns zur Quelle der Saale. Sie liegt etwa auf halbem Weg zwischen Bischofsgrün und Münchberg, im Münchberger Stadtwald. Zunächst folgen wir dem Quellweg zur Egerquelle und wandern anschließend weiter durch den Wald hinab. Nach dem Überqueren einer stark befahrenen Straße geht es noch rund sechs Kilometer durch den Münchberger Stadtwald – bergauf und bergab –, bis wir schließlich am Nordwesthang des Großen Waldsteins in der Höhe von 707 m die Saalequelle erreichen. Das Wasser tritt aus dem Stollenmundloch eines ehemaligen Bergwerks aus. In der Zeit der deutschen Teilung war die Quelle ein stilles Symbol der Erinnerung an die Einheit des Landes.
Durch den Wald steigen wir anschließend hinunter nach Ruppertsgrün und folgen auf Feld- und Wiesenwegen dem Verlauf bis in das Dorf Voitsumra. Hier treffen wir erneut auf die Eger und begleiten sie bis zu ihrer Quelle. Den weiteren Weg zurück zu unserem Quartier kennen wir bereits von der Wanderung am Vortag.
Ergänzung: Neben der hier vorgestellten (Sächsischen) Saale, die aus dem Fichtelgebirge in die Elbe fließt, gibt es noch die Bayrische Saale. Sie entspringt in der Rhön und fließt in den Main.
Damit haben wir nun an den Quellen aller MENS-Flüsse gestanden: Main, Eger, Naab und Saale.
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