Reisetagebuch E.H.

In den Dolomiten rund um das Fassatal

13.08. - 17.08.2006

Kompakt

Auch in diesem Jahr wandern wir wieder in den Dolomiten. Die prächtigen Berge im oberen Fassatal wollen wir entgegen dem Uhrzeigersinn vom Osten über den Norden zum Westen umwandern. Mit dem Wetter haben wir wenig Glück, denn in diesem langen und warmen Sommer ist es ausgerechnet im August recht kalt. Neuschnee und Regen begleiten uns an zwei Wandertagen.
Wir starten  am St.Pellegrino-Pass, östlich von Moena, und wandern am ersten Tag bis zur Contrin-Hütte, südwestlich der Marmolada. Am nächsten Tag geht es dann bis zur Sella-Gruppe im Nordosten. Nach dem Abstieg von dem Dreitausender folgt ein Abschnitt auf dem Kamm zwischen Trentino und Südtirol nach Westen. Die geplante Rosengarten-Umrundung müssen wir leider aufgeben. Wir wandern vielmehr durch das schöne Duron-Hochtal hinunter in das Fassatal. Am Heimfahrtstag fahren wir noch mit der Seilbahn aus dem Grödnertal auf die Seiseralm.

1. Tag: Anreise

Vor Bozen verlassen wir die Autobahn und fahren durch das enge Eggental über den Karer-Pass in das Fassatal im Trentino. Von Moena fahren wir noch bis zum St.Pellegrino-Pass, dem Ausgangspunkt unserer Wanderung. Eigentlich wollen wir am Nachmittag noch bis zur ersten Hütte wandern. Doch nach Telefonauskunft erfahren wir, dass diese voll belegt ist, und so quartieren wir uns in einem soliden Sporthotel auf dem Pass ein.

2. Tag: St.Pellegrino-Pass – Contrin-Hütte

Höhenmeter: +775m / -711m
Auf einem bequemen Weg wandern wir vom Pellegrino-Pass zur Fuchiade-Hütte, einem beliebten Ziel der Tagestouristen, hinüber. Steil geht es hinter der Hütte auf dem Dolomiten-Höhenweg Nr.2 hoch zum Cirelle-Pass. Ab 2500m Höhe müssen Neuschneefelder gequert werden. In der Mittagszeit erreichen wir den Cirelle-Pass, doch das versprochene Traumpanorama im Zentrum der ladinischen Berge ist zwischen Schneefall und durchziehenden Wolken nur zu erahnen.
Der Abstieg im Cirelle-Tal nach Norden ist nicht so steil wie der Aufstieg. Im unteren Abschnitt führt er an Wiesen vorbei zur Contrin-Hütte. Am späten Nachmittag bekommen wir noch ein Zimmer im fast vollen Haus und am Abend wird es mit den vielen jungen Leuten ziemlich laut im Gastraum.

3. Tag: Contrin-Hütte – Rifugio Forcella Pordoi

Heute am 15.8. ist kirchlicher Feiertag und – und wen wundert es – traumhaftes Wetter. Wir schauen von der Contrin-Hütte zur Marmolada-Südwand und zum steilen Aufstieg des Dolomiten-Höhenweg Nr.2. Der Neuschnee und die fehlende Gletscherausrüstung bringen uns zur vernünftigen Entscheidung, die Marmolada durch den Abstieg in das Fassatal zu umgehen. Unterwegs begegnen uns viele Wanderer die an der Contrin-Hütte den Tag feiern wollen.
Im Fassatal an der Hauptstraße warten wir ewig auf den Linienbus und fahren schließlich mit dem Taxi hoch zum Fedaia-Stausee am Fuße der Marmolada. Ab Mittag setzen wir die Wanderung auf dem Bindelweg fort. Nach einem 400m Aufstieg führt dieser Panoramaweg ohne nennenswerte Höhenunterschiede an der Südflanke des Padón-Kammes entlang. Dabei haben wir hinter uns immer die freie Sicht auf die Marmolada und im Schlussabschnitt zur Sella-Gruppe. Am Nachmittag erreichen wir das Pordoijoch . Die Seilbahn bringt uns in wenigen Minuten zum Sas Pordoi auf dem Sella-Plateau hinauf. Durch den Schnee der letzten Tage führt der Weg zu unserem Tagesziel der Rifugio Forcella Pordoi, die 2005 neu aufgebaut wurde. Zu später Stunde schauen wir vor der Hütte zum prächtigen Sternenhimmel. Unter uns liegt eine dichte Wolkendecke.

4. Tag: Rifugio Forcella Pordoi - Plattkofelhütte

Höhenmeter: +584m / -1.114m
In der Nacht hat es gestürmt, geregnet und geschneit. Die Hütte liegt in dichten Wolken, Neuschnee auf dem Weg. Der geplante Weg über den Piz Boe ist nicht verantwortbar, so steigen wir auf direktem Weg durch das Valon del Fos ab. Nach kurzer Wetterbesserung setzt aber der Regen ein, der uns bis zum Mittag begleiten wird. Bevor wir die Sellajoch-Straße erreichen, müssen wir noch einen Bach queren, der jetzt viel Wasser führt. Pitschnass erreichen wir schließlich das Sellajoch. In den nächsten zwei Stunden trocknen wir dann lin der Pass-Gaststätte langsam wieder ab.
Am Nachmittag bessert sich das Wetter Wir wandern hinüber zum Friedrich-August-Weg. Am späten Nachmittag erreichen wir die gepflegte Plattkofelhütte, die aber schon übervoll belegt ist. Wir kommen daher zunächst nur auf die Liste für das Notlager, doch schließlich weist uns die Wirtin noch Lagerplätze zu…

5. Tag: Plattkofelhütte –Fassatal

Noch am Vorabend haben wir besprochen, dass wir die geplante Westwanderung durch den Rosengarten bis an den Latemar in zwei Tagesabschnitten nicht mehr durchführen können. Wir wollen heute in das Fassatal absteigen.
Am Vormittag wandern wir auf dem Kammweg westwärts zum Duron-Pass. Hier wollen wir eigentlich absteigen, doch verpassen den Abzweig und so wandern wir schließlich noch zur Tierser Alpl-Hütte am Fuße der Rosszähne und der Roterd-Spitze hinauf. Nach dem Mittag geht es dann zum Duron-Pass zurück und wir steigen in das schöne Duron-Tal hinab. Das weite flache Hochtal ist vom Charakter völlig anders als die steilen Täler, die wir bisher durchwanderten.. Erst kurz vor Campitello bricht das Tal 200m steil ein.
Mit dem Linienbus fahren wir zunächst nach Moena und dann am späten Nachmittag zum Startpunkt unserer Tour auf dem St.Pellegrino-Pass zurück.

6. Tag: Heimfahrt

Am Rande der Heimfahrt wollen wir noch eine Bergtour am Langkofel einlegen. Doch der Zeitverlust durch den Verkehrsstau im Fassatal und dichte Wolken um den Langkofel verhindern den Einstieg zu der Bergrunde. So fahren wir– jetzt im Sonnenschein – im Grödnertal bis St.Ulrich. Nach einem kurzen Trip durch den noblen Touristenort bringt uns die Seilbahn auf die Seiseralm hinauf und wir genießen in den nächsten zwei Stunden noch einmal das herrliche Bergpanorama zwischen Sella, Langkofel/Plattkofel und dem Schlern, bevor es dann endgültig zurück nach Deutschland geht.

pfeil li