Reisetagebuch E.H.

Malerweg - Impressionen

28.06 - 01.07.2016

Kompakt

Warum denn in die Ferne schweifen… Für unsere Mehrtagestour wählten wir in diesem Jahr den Malerweg in der Sächsischen Schweiz aus. Offiziell wird dieser prämierte Weitwanderweg (offizielle Länge 112 km) mit 8 Etappen ausgewiesen. Wir wanderten auf den Etappen 2 bis 6 zwischen Wehlen und Königstein an 4 Tagen 96 km bei 3.580 Höhenmeter. Die zusätzlichen Kilometer sind darauf zurückzuführen, dass wir mehrmals die Malerwegmarkierung verpassten und Abstecher zu Aussichtsgipfeln unternahmen.
Nach Starkregen in der Vorwoche hatten wir mit dem Wetter Glück, denn nur wenige Kilometer mussten wir im Regen wandern.

1. Tag:  Wehlen - Brandbaude (20 km, +788/ -604 Höhenmeter)

Nach Anfahrt mit der S-Bahn aus Dresden starten wir gegen 9:00 auf dem Marktplatz von Wehlen unsere Wanderung. Durch den Schwarzberggrund geht es hinauf zur Bastei, wo am frühen Vormittag noch kein Touristentrubel zu spüren ist. Der Malerweg führt nun direkt hinunter nach Rathen, dann durch den Amselgrund hinauf nach Rathewalde. Auf diesem Abschnitt müssen wir auch ca. 2 km im Regen wandern. Nächster markanter Wanderpunkt ist der Hockstein, von dem man eine schöne Aussicht ins Polenztal und hinüber nach Hohnstein hat. Nach dem Abstieg ins Tal folgt sofort der Aufstieg durch den Schindergraben in das Bergstädtchen Hohnstein. Nach einer Mittagspause auf der Burg steigen wir wieder in den Bärengartenhinunter. Über Halbenweg und Räumichtweg wandern wir dann zum Tagesziel Brandaussicht. Hier oben 170m über dem Polenztal bekommen wir ein Zimmer mit dem Panoramablick der Sächsischen Schweiz. Neben guten Essen und Trinken bleibt auch noch Zeit für eine kleine Wanderung zur Aussicht auf die Felsgruppe Hafersäcke.

2. Tag: Brandbaude - Neumannmühle (29km, +1043 / -1119 Höhenmeter)

Noch bis zum Frühstück hat es geregnet. Doch dann bleibt es den ganzen Tag trocken. Wir steigen vom Brand über die 800 Brandstufen, bzw. 110 Höhenmeter, ins Tal ab, der folgende Steilaufstieg nach Waitzdorf hat ähnlich viel Höhenmeter. Dort verlieren wir wieder einmal die Malerweg-Markierung, kommen aber nach einem Umweg über die Landstraße zu diesem zurück. Im Kohlichtgraben sehen wir die Zerstörung des Wanderweges durch den letzten Starkregen. In Kohlmühle erreichen wir das Sebnitztal. Wir gehen ca. 1,5 km neben der Bahnlinie entlang, dann führt der Weg steil durch den Wald nach Altendorf. Hier endet die 3. Etappe des Malerweges. Für den Nachmittag haben wir demnach noch die anstrengende 4. Etappe vor uns. Sie führt zunächst über die zerstörte Abstiegstreppen ins Kirnitzschtal. Von da geht es zum Falkenstenstein und den Schrammsteinen weiter. Der Malerweg führt uns bis zur wunderschönen Schrammsteinaussicht hinauf. Es folgt ein nicht endendes Auf und Ab durch die Schrammsteine, danach durch das Affensteingebiet. Recht spät entschließen wir uns auf den Weg über den Kuhstall zu verzichten, um unser Abendessen noch zu bekommen. Wir laufen den zeitlich kürzeren (aber ähnlich langen) Weg über Zeughausstraße und Kleinen Zschand. Der Wirt in der Neumannmühle empfängt uns schließlich freundlich. Wir werden solide einquartiert und natürlich auch gut mit Essen und Trinken versorgt.

3. Tag: Neumannmühle - Schöna (19 km, +992/ -950 Höhenmeter)

Heute hält der Morgenregen länger an, so dass wir schon überlegen, den kurzen direkten Weg zum Großen Winterberg zu gehen. Doch gegen10:00 Uhr hört der Regen auf, wir wandern auf dem deutlich längeren Malerweg, der bis zum Zeughaus mehrere Auf- und Abstiege hat. Ab Zeughaus geht es dann auf direktem Weg über den Roßsteig hinauf zum Großen Winterberg mit 556 m ist es der höchste Punkt des Malerweges. Der kurze Regen hier oben stört uns nicht, wir sitzen im Trockenen. Schmilka erreichen wir dann bereits wieder im Sonnenschein. Die Elbfähre bringt uns auf die linke Elbseite. Über den Aschersteig gelangen wir auf die linkselbische Hochebene, die ca. 150 m über dem Elbtal liegt. Gegen 18:00 Uhr erreichen wir unser Quartier, das Gasthaus am Zirkelstein. Noch vor dem Abendessen (beste Küche der Tour!) steigen wir auf die Kaiserkrone, dem Hausberg von Schöna. Wir genießen im Abendsonnenschein das Panorama vom böhmischen Rosenberg über Zirkelstein zum Zschirnstein.

 4. Tag: Schöna - Königstein (28 km, +755 / -998 Höhenmeter)

Heute am letzten Wandertag haben wir fast durchgängig schönes Wanderwetter. Nach dem Frühstück wandern wir zunächst außerhalb des Malerweges ohne Gepäck zum nahe gelegenen Zirkelstein. Er ist der kleinste Tafelberg der Sächsischen Schweiz, der sich nur 60 m über die Hochebene erhebt. Vom gesicherten Gipfel hat man ähnlich wie von der Kaiserkrone wunderschöne Aussichten.
Danach verlassen wir Schöna in Richtung Reinhardtsdorf. Am Dorfrand verlieren wir aber auch heute wieder die Malerweg-Markierung, daraus folgen 4 zusätzliche Wander-Kilometer… Von Reinhardtsdorf ist die sehr schön ausgemalte Dorfkirche zu erwähnen. Es folgt ein nicht sonderlich interessanter Wanderabschnitt durch das Waldgebiet oberhalb von Krippen und Kleinhennersdorf. Doch dann wird es wieder spannend, wir kommen zum Papststein. Vom Gipfel hat man wieder neue Sichtbeziehungen zu den Bergen der vorderen Sächsischen Schweiz. Auf den Aufstieg zum Gohrischberg verzichten wir. Vielmehr wandern wir auf direkten Wege zum Pfaffenstein, dem letzten Berg unserer Runde. Nach dem Aufstieg und einer kleinen Rast an der Pfaffensteinbaude wandern wir zur obligatorischen Barbarine-Aussicht an der Südost-Seite des Tafelberges. Danach steigen wir durch das Nadelöhr ab und wandern in Richtung Königstein. Unten im Ort lassen wir bei Spagetti und kühlem Bier unsere 4-Tage-Wanderung Revue passieren. Dann bringt uns die S-Bahn zurück nach Dresden.

pfeil li